Hippokratischer Eid - oder doch etwas Anderes

Viele glauben, als Mediziner schwört man den hippokratischen Eid. Auch wenn kaum jemand weiß, wie genau dieser Eid eigentlich lautet, ist die Grundidee der meisten: "Leben erhalten", vielleicht sogar um jeden Preis.

Die ethische Grundlage ärztlichen Handelns ist jedoch seit 1948 im Genfer Gelöbnis festgelegt und dieses Gelöbnis wird im Zuge der Promotion abgelegt.

Zeiten verändern sich und die Anforderungen an Ärzte verändern sich,  daher wird auch dieses Gelöbnis immer wieder akualisiert - zuletzt im Herbst 2017.

Ich möchte hiermit dieses Gelöbnis jedem zugänglich machen, der sich dafür interessiert.

Es ist ein schönes Gelöbnis und ich bin stolz es auch vor einigen Jahren, zwar noch in einer leicht anderen Form, abgeleget zu haben.
Es ist auch immer wieder Herausforderung diesem Gelöbnis treu zu bleiben, v.a. im Zeiten wie diesen, in denen der Diskurs über die unterschiedlichen medizinischen Ansichten immer weniger möglich scheint und die Expertise des Arztes und Mediziners anderen Prioritäten weichen muß.

Das ärztliche Gelöbnis

Als Mitglied der ärztlichen Profession gelobe ich feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen.


Die Gesundheit und das Wohlergehen meiner Patientin oder meines Patienten werden mein oberstes Anliegen sein.


Ich werde die Autonomie und die Würde meiner Patientin oder meines Patienten respektieren.


Ich werde den höchsten Respekt vor menschlichem Leben wahren.


Ich werde nicht zulassen, dass Erwägungen von Alter, Krankheit oder Behinderung, Glaube, ethnischer Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politischer Zugehörigkeit, Rasse, sexueller Orientierung, sozialer Stellung oder jeglicher anderer Faktoren zwischen meine Pflichten und meine Patientin oder meinen Patienten treten.


Ich werde die mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod der Patientin oder des Patienten hinaus wahren.


Ich werde meinen Beruf nach bestem Wissen und Gewissen, mit Würde und im Einklang mit guter medizinischer Praxis ausüben.
Ich werde die Ehre und die edlen Traditionen des ärztlichen Berufes fördern.


Ich werde meinen Lehrerinnen und Lehrern, meinen Kolleginnen und Kollegen und meinen Schülerinnen und Schülern die ihnen gebührende Achtung und Dankbarkeit erweisen.


Ich werde mein medizinisches Wissen zum Wohle der Patientin oder des Patienten und zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung teilen.


Ich werde auf meine eigene Gesundheit, mein Wohlergehen und meine Fähigkeiten achten, um eine Behandlung auf höchstem Niveau leisten zu können.


Ich werde, selbst unter Bedrohung, mein medizinisches Wissen nicht zur Verletzung von Menschenrechten und bürgerlichen Freiheiten anwenden.


Ich gelobe dies feierlich, aus freien Stücken und bei meiner Ehre.


 
 



Dr. Karin Anzinger
Biberweg 24
A-4030 Linz
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Tel: 0732/320 180
 
 
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